Romée KnobbenGeschrieben von
Praktikantin Romée Knobben

Die Geheimnisse von Enschede (3)

Lesezeit 2-3 min

Kennst du das? Du siehst ein Kunstwerk, aber du hast keinen blassen Schimmer, was es bedeutet. Romée hat sich einige bekannte Orte einmal näher angeschaut und die Geheimnisse dahinter gelüftet. Geh auf Entdeckungstour in der Stadt und entdecke die Geheimnisse von Enschede.

Enschede hat viele Kunstwerke, spannende Orte und historische Gebäude. Aber kennst du die Geschichten dahinter? Wir sammeln alle Geheimnisse von Enschede in unseren Geheimnisse von Enschede-Blogs. Das hier ist schon Teil 3 aller Geheimnis-Blogs, noch mehr spannende Geschichten gibt's in Teil 1 und 2.

1. Die roten Füße

Im G.J. van Heekpark befindet sich das Kunstwerk der beiden roten Füße. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Das Kunstwerk heißt "Fußgänger" und wurde von Saske van der Eerden gemacht. In ihren Arbeiten stellt Saske Körperteile als Alltagsgegenstände dar. Der "Fußgänger" spielt eine zentrale Rolle im Park: Hier spielen Kindern, Menschen gehen spazieren oder treiben Sport. Das Kunstwerk darf darum natürlich auch beklettert werden.

Möchtest du das Kunstwerk sehen? Wenn du durch den Eingang der Hengelosestraat in den Van Heekpark gehst, wirst du mit Sicherheit auf die roten Füße stoßen!

2. Das bronzene Pferd

Wahrscheinlich hast du dieses Kunstwerk noch nie gesehen. Das Skelett des Pferdes liegt zwischen den Gebäuden der Fachhochschule Saxion versteckt. Das 1983 von Cees Willems gebaute Kunstwerk befand sich früher vor dem ehemaligen Naturmuseum.

Aber was bedeutet das bronzene Pferd? Als sich das Kunstwerk noch vor dem Naturmuseum befand, passte es zur Ausstellung von Fossilien und Skeletten der Tiere, die im Museum ausgestellt waren. Cees wollte mit dem Kunstwerk Tod und Leben darstellen, klingt logisch. Dennoch bleibt das Skelettpferd für viele erstmal ein beängstigender Anblick.

3. Die Treppe?

Du hast die bestimmt schonmal gesehen: Die Treppe am Van Heekplein. Die Treppe befindet sich im Hermestoren-Gebäude und ist vom van Heekplein aus sehr gut zu sehen. Aber was macht diese Treppe dort und ist es überhaupt eine Treppe?

Die Treppe ist in Enschede ein echtes Rätsel, da nur wenige Informationen darüber verfügbar sind. Wenn du genau hinschaust, sind die Treppen an das Hermestoren-Gebäude angeschlossen. Die Hermestoren wurden vom Architekturbüro Rijnhoudt erbaut. Bei der Gestaltung der Hermestoren war bereits ein Turm berücksichtigt worden. Der Turm sollte mehr Aufmerksamkeit auf die Nordseite des Gebäudes lenken.

Um die Idee des Turms weiterzuentwickeln, wurde der Künstler Rudi van de Wint kontaktiert. Er hatte daran gedacht, den Turm transparent zu machen. Rudi hielt es für eine gute Idee, eine Wendeltreppe in den Turm zu stellen, allerdings ohne Handlehne. Die Wendeltreppe repräsentiert die Unendlichkeit, dies wird durch die Treppe betont, die über den Turm hinausragt. Allerdings fragen sich bis heute immer noch alle, ob es sich wirklich um eine Treppe handelt. Der Künstler Rudi liebt diese Unsicherheit. Die Treppe bleibt daher immer ein Geheimnis.

4. Schwimmen in der Innenstadt

Eine Bahn im Van Heekbad schwimmen? Wenn du heute durch die Stadt läufst, kannst du es dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen: Wo heute der Van Heekplein liegt, lag vor einigen Jahren ein großes Schwimmbad. Aber was hat das Schwimmbad dort gemacht und warum ist es heute nicht mehr da?

Die ehemaligen Fabrikanten arbeiteten oft unter sehr schlechten Bedingungen. Es war sehr heiß und die Leute schwitzten viel. Durch die Staubpartikel, die sich am Körper der Fabrikanten festsetzten, konnte ihre Haut nicht mehr atmen. Sie mussten sich richtig waschen, aber ein eigenes Bad zu haben, war zu dieser Zeit nicht selbstverständlich.

Der Textilhersteller G.J. van Heek ergriff daher die Initiative und baute ein Badehaus mit Schwimmbad für alle Fabrikanten. An festen Tagen konnten die Fabrikarbeiter von Van Heek das Bad kostenlos nutzen. Für andere gab es eine kleine Gebühr, 25 Cent zu der Zeit.

Als mehr Bäder gebaut wurden und das Interesse an einem Badehaus zurückging, wurde das Van Heekbad am 1. Juni 1956 geschlossen. Nach einer Restaurierung eröffnete die Stadt ein Jahr später das Bad wieder.Das Schwimmbad wurde eine ganze Weile zum Schwimmen für Schulen und Vereine genutzt, bis irgendwann beschlossen wurde, die Restaurierung nicht fortzusetzen. Die letzten Überreste des Van Heekbads wurden 1973 abgerissen.

5. Der Delft blaue Turm

Wenn jemand über den blauen Delfter Turm in Enschede spricht, weiß jeder, worum es geht. Der Turm ist 42 Meter hoch, ragt weit über die Dächer hinaus und zeichnet sich durch seine markanten Ziegel aus. Aber warum ist dieser Turm dort und was bedeuten all diese Bilder?

Der Turm ist eigentlich eine Stadtsheizung, der die Häuser im Viertel Roombeek mit Wärme versorgt. Der Stadts-Kamin-Turm wurde dabei von einem echten Kamin inspiriert. Die Delfter Blaufliesen waren die Idee von Hugo Klaagman. Der Künstler verwendet Delfter Blau in fast allen seinen Arbeiten. Die Bilder auf den Kacheln sollen die Menschen auf die reiche Geschichte von Enschede und die Identität der Stadt aufmerksam machen. So finden sich Hinweise zum Feuerwehrmann vor der Feuerwerkskatastrophe, aber auch zu den Stadtbränden, die Enschede erlebt hat.

Viele halten es für ein schreckliches Gebäude. Die Stadtsheizung wurde daher 2010 zum hässlichsten Gebäude der Niederlande ernannt. Die Meinungen darüber sind natürlich geteilt, es bleibt in jedem Fall ein auffälliges Gebäude.

6. Der Steinberg

Du bist bestimmt schonmal daran vorbei gelaufen und hast den Steinberg mit Brunnen am Willem Wilminkplein gesehen ohne ihm groß Beachtung zu schenken. Wenn du genau hinschaust, wirst du sehen, dass es sich gar nicht um Berg aus Steinen handelt, sondern um einen Whirlpool aus Felsbrocken.


Das Kunstwerk heißt Vortex und wurde von Jeroen Doorenweerd in Zusammenarbeit mit Hans Schröder entworfen. Vortex bedeutet Wirbel in Flüssigkeiten oder in der Luft, wie ein Wirbel oder ein Tornado. Das Kunstwerk ist dort als ein Teil der monumentalen Treppe am Willem Wilminkplein zu sehen. Eigentlich ist sie eine sogenannte Torheit: Eine Struktur, die absichtlich nutzlos oder bizarr ist. Das Kunstwerk ist daher hauptsächlich eine Dekoration, um den Willem Wilminkplein zu verschönern. Häufig wird sie als Fotolocation oder als Kinderspielzplatz genutzt.

7. Der Fels vor dem Reichsmuseum

Wenn du schonmal im Reichsmuseum Twenthe warst, wirst du diesen riesigen Felsbrocken zweifellos bemerkt haben. Die große Frage ist: Wie landet ein so großer Felsbrocken dort und was ist die Geschichte dahinter?

Das Rijksmuseum Twenthe wurde durch ein Geschenk von Jan Bernard van Heek geschaffen. Die Bürger von Enschede haben diesen Felsbrocken daher der Familie van Heek geschenkt. Die Wahl des Geschenks wurde durch den Charakter von Bernhard van Heek bestimmt. Herr van Heek war kein Mann der Worte, sondern der Taten. Deshalb passt ein einfaches, aber auffälliges Geschenk.

Der Felsbrocken befand sich ursprünglich auf einem Bauernhof in der Nähe des Lonnekerbergs. Der Felsbrocken wurde mit Pferden zum Rijksmuseum Twenthe gebracht. 1928 war der Felsbrocken der erste Stein, der während des Baus des Museums gelegt wurde.

Romée Knobben
Geschrieben von Praktikantin Romée Knobben

Romée wurde in Enschede geboren und ist dort aufgewachsen. Sie studiert Commercial Economics in Hengelo und macht ein Praktikum bei Enschede Promotie.

Diese Blogs haben andere Besucher auch gelesen

Alle Blogs anzeigen
Aktuelle Infos zum Coronavirus
Achtung: Enschede ist aktuell Risikogebiet! Hier findest du alle aktuellen Informationen und Maßregeln zum Coronavirus in Enschede im Überblick.
Klick hier für mehr Infos