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Geschichte von Enschede

Es lohnt sich, in Enschede eine Reise in die Vergangenheit dieser Stadt zu unternehmen. Bis zum heutigen Tag ist Enschede mit einer Einwohnerzahl von rund 160.000 noch immer das städtische Herz der Ost-Niederlande. Die Geschichte Enschedes ist erhalten geblieben und auf den verschiedensten Webseiten - aber auch in der Stadt selber - wiederzufinden.

Bis zum heutigen Tag ist Enschede mit einer Einwohnerzahl von rund 160.000 noch immer das städtische Herz der Ost-Niederlande. Doch das war nicht immer so. Im Jahre 1860 zählte Enschede lediglich 4.000 Bewohner. Enschede hatte zu dieser Zeit gerade mal eine Stadtgracht und zwei Zugangstore. 

Die Konturen einer dieser Tore ist noch heute in der Marktstraat zu bestaunen. Selbst viele Einwohner laufen über den Gedenkstein hinweg, ohne zu realisieren, dass sich früher dort das "Veldpoort" befand.

Nach 1860 blühte die Textilindustrie in der Stadt. Durch die Mechanisierung der Web- und Spinnprozesse stieg die Anzahl an Fabriken und Einwohnern explosionsartig an. Auffallend ist, dass es in Enschede nur wenig wirklich alte Gebäude gibt. Die Stadt war quasi ein Spätzünder und blieb lange Zeit recht klein. Nach dem Aufblühen der Textilindustrie ereigneten sich einige Katastrophen: Die Stadt litt insgesamt unter drei Stadtbränden, wobei der Brand in 1862 einen zentralen Wendepunkt markierte. Denn an diesem Tag brannte die gesamte Stadt ab. Wundersamer Weise kamen dabei nur zwei Menschen um's Leben. Doch nicht nur die Feuer, auch die Bomben, die im zweiten Weltkrieg abgefeuert wurden, verwüsteten die Stadt. Das Bombardement kam durch die Annahme der Alliierten zustande, dass sie anstelle von Enschede, eine deutsche Stadt bombardierten.
Hinzu kommt, das die Stadt Enschede selbst rigoros mit der Abrissbirne hantierte.

Aber wer genau hinschaut, findet trotz dieser Katastrophen noch viele Spuren der Geschichte.  

Ein Beispiel für ein historisches Gebäude ist die Villa Van Heek aus dem Jahr 1870, die am Oude Markt liegt und auch als "Haus mit der Stufe" bekannt ist. Nach Aussage der armen Arbeiter wurde diese Stufe gebaut, damit die reichen hohen Herren von der Treppe aus besser auf sie herabblicken konnten. 

Zwischen 1900 und 1930 wurde in Enschede das große Geld verdient. Es ist etwas ganz Besonderes, dass die Damen Van Heek vor einigen Jahrzehnten oben im Wintergarten ihren Tee getrunken haben und heutzutage jeder aus Enschede dort ein Bier trinken kann.

Ab den 60er Jahren begann der Zusammenbruch der Textilindustrie. Dies bedeutete eine weitere große Katastrophe für die Stadt. 85% der Bevölkerung war in der Textilbranche tätig. Aber Enschede wäre nicht Enschede, wenn die Stadt sich nicht wieder nach oben kämpfen würde.

Genauso wie sie es auch nach der Feuerwerkskatastrophe am 13. Mai 2000 taten. Und das obwohl diese Katastrophe ein gesamtes Wohngebiet auslöschte. Diese enorme Belastbarkeit ist auf die Mentalität der Bewohner zurückzuführen.

Enschede ist eine echte Arbeiterstadt. Schon sehr früh kamen wiele Immigranten in diese Grenzstadt. Harte Arbeiter, die mit nichts kamen und unter schlechten Bedingungen ihr Leben neu aufbauen mussten.

Mit 150 Nationalitäten hat Enschede noch immer einen internationalen Charakter. Heutzutage ist Enschede vor allem eine lebhafte Stadt. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Als Neuling fühlt man sich hier schnell zu Hause.

Es gibt einige Informationen und schöne Websites, die einen Eindruck davon vermitteln, wie Enschede früher ausgesehen hat.


Stadt von damals
Die Siftung  Historische Sociëteit Enschede-Lonneker (SHSEL) ist die größte historische Organisation der Gemeinde Enschede. Sie beschäftigt sich mit der Kulturgeschichte der Stadt sowie der Geschichte der umliegenden Dörfer Lonneker, Boekelo, Usselo und Glanerbrug, die alle bis 1934 zu der ehemaligen Gemeinde Lonneker gehörten. Besuche die Website von SHSEL.

Enschede in Postkarten und Fotos
Der echte Enscheder Willem Jansen hat seine private Postkartensammlung aus Enschede digitalisiert. Durch diese Postkarten erhälst Du einen schönen Überblick über die Entwicklung von Enschede in den letzten 100 Jahren. Schaue Dir hier die Postkarten an. 
Nach der Digitalisierung seiner privaten Postkartensammlung werden Willem Jansen regelmäßig Fotos und Bilder zugeschickt. Er zeigte diese Fotos hier

Rückspiegel
Eine Website für und von Interessierte in Enschede, von Privatpersonen bis zu Instituten. Hier kannst Du die Geschichte von Enschede aufzeichnen und mit anderen teilen. Die Einwohner haben die Möglichkeit, ihren eigenen Beitrag zu leisten und/oder auf Geschichten und Fotos anderer zu antworten. Sieh Dir hier den Rückspiegel an.

Stadt Enschede
Auf dieser Website findest Du unter anderem eine umfangreiche Fotosammlung von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, die auch somit auch die Entwicklung der Stadt zeigt. Hier werden auch frühere Baupläne gezeigt, die bislang nicht umgesetzt wurden. Schaue hier nach.